{"id":1423,"date":"2026-06-27T12:13:18","date_gmt":"2026-06-27T12:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/?p=1423"},"modified":"2026-06-27T12:15:59","modified_gmt":"2026-06-27T12:15:59","slug":"was-zum-teufel-ist-wasser-eine-abiturrede-ueber-possibilismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/?p=1423","title":{"rendered":"\u201eWas zum Teufel ist Wasser? Eine Abiturrede \u00fcber Possibilismus&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 26. Juni 2026 durfte ich als Elternbeiratsvorsitzender die Rede bei der Abiturfeier des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg halten \u2014 und das in einer ganz besonderen Rolle: Meine Tochter Nelli war Teil des Abiturjahrgangs 2026. Nach 16 Jahren, drei Kindern und unz\u00e4hligen Stunden als Elternvertreter war es ein Moment, der vieles zusammengebracht hat. Den Kern der Rede bildet ein Begriff, den ich erst vor Kurzem f\u00fcr mich entdeckt habe \u2014 und der mich seither nicht mehr losl\u00e4sst: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Possibilismus\">Possibilismus<\/a>. Angeregt vom <a href=\"https:\/\/www.neugierundzukunftslust.at\">Ministerium f\u00fcr Neugier und Zukunftslust,<\/a> verankert in einer <a href=\"https:\/\/blog.litteratur.ch\/WordPress\/?p=10811\">Parabel von David Foster Wallace<\/a>, und am Ende geerdet in einem konkreten Beispiel aus der Schulgemeinschaft des FLG.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" data-id=\"1430\" src=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1430\" srcset=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-300x300.jpeg 300w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-150x150.jpeg 150w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-768x768.jpeg 768w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-1536x1536.jpeg 1536w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-1140x1140.jpeg 1140w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13-75x75.jpeg 75w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Threema_2026-06-27_12-14-13.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" data-id=\"1424\" src=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/579ffaf4-d41f-4409-893e-c30bd0d2e39f.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1424\" srcset=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/579ffaf4-d41f-4409-893e-c30bd0d2e39f.jpg 480w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/579ffaf4-d41f-4409-893e-c30bd0d2e39f-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abiturrede \u2013 Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg<\/strong> am 26.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Kaiser, Elternbeiratsvorsitzender&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>&#8222;Liebe Abiturient:innen,<br>liebe Eltern, Gro\u00dfeltern, Geschwister,<br>liebes Kollegium, liebe Saskia Hofmeister,<\/p>\n\n\n\n<p>ich m\u00f6chte&nbsp;&nbsp;mit einer kleinen Geschichte beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zuf\u00e4llig einen \u00e4lteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt:&nbsp;<em>\u201eMorgen, Jungs. Wie ist das Wasser?&#8220;<\/em>&nbsp;Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter \u2014 und schlie\u00dflich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und fragt:&nbsp;<em>\u201eWas zum Teufel ist Wasser?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Parabel, die David Foster Wallace in seiner ber\u00fchmten Rede \u201eThis Is Water&#8220; erz\u00e4hlt, ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen, seit ich \u00fcber heute nachgedacht habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn was ist Wasser?<\/p>\n\n\n\n<p>Wasser ist das, was den Fischen so vertraut ist, dass sie es nicht mehr sehen. Und Euer Wasser \u2014 das ist diese Schule. Die Lehrer:innen, die jeden Morgen da waren. Die Mitsch\u00fcler:innen, mit denen man durch dick und d\u00fcnn gegangen ist. Die G\u00e4nge, durch die man nach vielen Jahren blindlings navigiert. Das Franz-Ludwig-Gymnasium&nbsp;<em>\u201eeine Schule, viele Talente&#8220;<\/em>\u2014 mit &nbsp;Bigband und Basketball, Sch\u00fclermediation und SMV, Fairtrade und Jugend forscht, Eisball und Sommerfest, und, und, und&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das war Euer Wasser. Ihr habt darin geatmet, ohne es immer zu merken.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute \u2014 genau heute \u2014 verlasst Ihr es.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stehe in diesem Moment in einer besonderen Rolle. Elternbeirat seit vielen Jahren, Aber heute auch Vater. Denn neben allen Kindern, denen ich hier stellvertretend f\u00fcr alle Eltern gratulieren darf, sitzt meine Tochter Nelli in diesem Schulhof und feiert ihren Abschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ist das dritte unserer Kinder, das diese Schule durchlaufen hat. Das bedeutet: 16 Jahre Franz-Ludwig-Gymnasium. 16 Jahre, in denen diese Schule auch unser Wasser war \u2014 als Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Und in diesen 16 Jahren habe ich diese Schule von innen kennengelernt: viele Elternabende, Elternbeiratssitzungen, Klassenelternsprecherversammlungen, Tage der offenen T\u00fcr, Feiern wie diese. Vielleicht bin ich damit so etwas wie der \u00e4ltere Fisch aus der Geschichte \u2014 einer, der in die Gegenrichtung schwimmt und heute etwas weitergeben m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr verlasst diese Schule in herausfordernden Zeiten. Und es gibt ein Wort, das ich erst vor Kurzem f\u00fcr mich entdeckt habe \u2014 und das mich seither nicht mehr losl\u00e4sst:&nbsp;<strong>Possibilismus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Possibilismus \u2014 vom franz\u00f6sischen possible, vom lateinischen possibilis, vom Verb posse: k\u00f6nnen, in der Lage sein. Das M\u00f6gliche. Keine blinde Zuversicht, keine l\u00e4hmende Angst. Sondern die Kunst, das M\u00f6gliche zu sehen \u2014 und daf\u00fcr zu arbeiten. Eine L\u00f6sung muss nicht wahrscheinlich sein, um es wert zu sein, f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen, von ihr zu erz\u00e4hlen, Menschen zu ermutigen \u2014 solange sie&nbsp;<strong>m\u00f6glich<\/strong>&nbsp;ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist kein naiver Optimismus. Es ist kritische Zuversicht: die Haltung von Menschen, die aktiv nach dem Unbekannten suchen und die Zukunft nicht nur abwarten, sondern mutig mitgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee dazu verdanke ich dem Ministerium f\u00fcr Neugier und Zukunftslust, einer Initiative aus \u00d6sterreich, die sich genau daf\u00fcr einsetzt: positive Vorstellungen von der Zukunft zu entwickeln, die uns anziehen und leiten. Ihr Grundgedanke: Zukunft ist, was wir aus ihr machen. Und Neugier und Zukunftslust sind die wichtigsten Voraussetzungen daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Januar 2025 gab es eine Premiere: nach der Neuwahl des Elternbeirats haben wir erstmals auch Sch\u00fcler:innen der SMV zur traditionellen Strategiesitzung eingeladen. Gemeinsam haben Elternbeir\u00e4te, Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler:innen Erwartungen ausgetauscht, Themen diskutiert und Schwerpunkte gesetzt \u2014 nicht koordiniert nebeneinander, sondern wirklich zusammen. Aus diesem Abend entstanden sieben Arbeitskreise, in denen genau das seither gelebte Praxis ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hatte es in den 15 Jahren vorher so noch nicht gegeben. Und es war m\u00f6glich \u2014 weil Menschen es m\u00f6glich gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Possibilismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr \u2014 und f\u00fcr so vieles mehr \u2014 m\u00f6chte ich Danke sagen. Dem gesamten Kollegium f\u00fcr die Geduld, die Leidenschaft und die vielen unsichtbaren Stunden. Saskia Hofmeister f\u00fcr die Offenheit gegen\u00fcber einer Elternvertretung, die manchmal auch unbequeme Fragen stellt \u2014 und immer ein offenes Ohr gefunden hat. Allen Mitstreiter:innen im Elternbeirat \u00fcber all diese Jahre. Und dieser Schule f\u00fcr das, was sie f\u00fcr meine Kinder war \u2014 und f\u00fcr alle Kinder, die heute hier sitzen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ihr lieben Abiturient:innen \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr verlasst heute Euer Wasser. Ihr werdet merken, wie es sich anf\u00fchlt, wenn es pl\u00f6tzlich nicht mehr einfach da ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nehmt es mit. Nicht als Nostalgie \u2014 sondern als Fundament.<\/p>\n\n\n\n<p>Fragt Euch: Was ist mein Wasser? Was habt Ihr hier aufgesogen, fast ohne es zu merken? Welche Neugier, welche F\u00e4higkeit, welche Haltung steckt in Euch \u2014 unsichtbar wie das Wasser f\u00fcr die Fische<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann: Seid Possibilist:innen. Schaut nicht nur auf das, was fehlt oder nicht klappt. Schaut auf das, was m\u00f6glich ist. Und fangt an, den Weg beim Gehen zu bahnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Franz-Ludwig-Gymnasium hat Euch daf\u00fcr alles mitgegeben, was Ihr braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest \u2014 den macht Ihr selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum Abitur!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" data-id=\"1428\" src=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_9986.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1428\" srcset=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_9986.jpeg 640w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_9986-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" data-id=\"1426\" src=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_0108.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1426\" srcset=\"https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_0108.jpeg 640w, https:\/\/elternbeirat.flgblogs.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_0108-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wer den Gedanken des Possibilismus weiterspinnen m\u00f6chte: Die Bamberger Botschafter:innen des <a href=\"https:\/\/www.neugierundzukunftslust.at\">Ministeriums f\u00fcr Neugier und Zukunftslust<\/a> laden zu zwei Veranstaltungen ein \u2014 zum sozialen Hackathon&nbsp;<a href=\"https:\/\/eveeno.com\/machhalt2\"><em>Mach halt!<\/em><\/a>&nbsp;am 27. und 28. November 2026 sowie zum&nbsp;<a href=\"https:\/\/eveeno.com\/campneugierzukunftslustbamberg\">Camp f\u00fcr Neugier und Zukunftslust in Bamberg<\/a> am 19. und 20.03.2027. Beide Termine sind es wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. Juni 2026 durfte ich als Elternbeiratsvorsitzender die Rede bei der Abiturfeier des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg halten \u2014 und das in einer ganz besonderen Rolle: Meine Tochter Nelli war Teil des Abiturjahrgangs 2026. Nach 16 Jahren, drei Kindern und unz\u00e4hligen Stunden als Elternvertreter war es ein Moment, der vieles zusammengebracht hat. Den Kern der Rede bildet ein Begriff, den ich erst vor Kurzem f\u00fcr mich entdeckt habe \u2014 und der mich seither nicht mehr losl\u00e4sst: Possibilismus. Angeregt vom Ministerium f\u00fcr Neugier und Zukunftslust, verankert in einer Parabel von David Foster Wallace, und am Ende geerdet in einem konkreten Beispiel aus der Schulgemeinschaft des FLG. 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Das bedeutet: 16 Jahre Franz-Ludwig-Gymnasium. 16 Jahre, in denen diese Schule auch unser Wasser war \u2014 als Familie. Und in diesen 16 Jahren habe ich diese Schule von innen kennengelernt: viele Elternabende, Elternbeiratssitzungen, Klassenelternsprecherversammlungen, Tage der offenen T\u00fcr, Feiern wie diese. Vielleicht bin ich damit so etwas wie der \u00e4ltere Fisch aus der Geschichte \u2014 einer, der in die Gegenrichtung schwimmt und heute etwas weitergeben m\u00f6chte. Ihr verlasst diese Schule in herausfordernden Zeiten. Und es gibt ein Wort, das ich erst vor Kurzem f\u00fcr mich entdeckt habe \u2014 und das mich seither nicht mehr losl\u00e4sst:&nbsp;Possibilismus. Possibilismus \u2014 vom franz\u00f6sischen possible, vom lateinischen possibilis, vom Verb posse: k\u00f6nnen, in der Lage sein. Das M\u00f6gliche. Keine blinde Zuversicht, keine l\u00e4hmende Angst. Sondern die Kunst, das M\u00f6gliche zu sehen \u2014 und daf\u00fcr zu arbeiten. Eine L\u00f6sung muss nicht wahrscheinlich sein, um es wert zu sein, f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen, von ihr zu erz\u00e4hlen, Menschen zu ermutigen \u2014 solange sie&nbsp;m\u00f6glich&nbsp;ist. Das ist kein naiver Optimismus. Es ist kritische Zuversicht: die Haltung von Menschen, die aktiv nach dem Unbekannten suchen und die Zukunft nicht nur abwarten, sondern mutig mitgestalten. Die Idee dazu verdanke ich dem Ministerium f\u00fcr Neugier und Zukunftslust, einer Initiative aus \u00d6sterreich, die sich genau daf\u00fcr einsetzt: positive Vorstellungen von der Zukunft zu entwickeln, die uns anziehen und leiten. Ihr Grundgedanke: Zukunft ist, was wir aus ihr machen. Und Neugier und Zukunftslust sind die wichtigsten Voraussetzungen daf\u00fcr. Im Januar 2025 gab es eine Premiere: nach der Neuwahl des Elternbeirats haben wir erstmals auch Sch\u00fcler:innen der SMV zur traditionellen Strategiesitzung eingeladen. Gemeinsam haben Elternbeir\u00e4te, Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler:innen Erwartungen ausgetauscht, Themen diskutiert und Schwerpunkte gesetzt \u2014 nicht koordiniert nebeneinander, sondern wirklich zusammen. Aus diesem Abend entstanden sieben Arbeitskreise, in denen genau das seither gelebte Praxis ist. Das hatte es in den 15 Jahren vorher so noch nicht gegeben. Und es war m\u00f6glich \u2014 weil Menschen es m\u00f6glich gemacht haben. Possibilismus. Daf\u00fcr \u2014 und f\u00fcr so vieles mehr \u2014 m\u00f6chte ich Danke sagen. Dem gesamten Kollegium f\u00fcr die Geduld, die Leidenschaft und die vielen unsichtbaren Stunden. Saskia Hofmeister f\u00fcr die Offenheit gegen\u00fcber einer Elternvertretung, die manchmal auch unbequeme Fragen stellt \u2014 und immer ein offenes Ohr gefunden hat. Allen Mitstreiter:innen im Elternbeirat \u00fcber all diese Jahre. Und dieser Schule f\u00fcr das, was sie f\u00fcr meine Kinder war \u2014 und f\u00fcr alle Kinder, die heute hier sitzen. Ihr lieben Abiturient:innen \u2014 Ihr verlasst heute Euer Wasser. Ihr werdet merken, wie es sich anf\u00fchlt, wenn es pl\u00f6tzlich nicht mehr einfach da ist. Nehmt es mit. Nicht als Nostalgie \u2014 sondern als Fundament. Fragt Euch: Was ist mein Wasser? Was habt Ihr hier aufgesogen, fast ohne es zu merken? Welche Neugier, welche F\u00e4higkeit, welche Haltung steckt in Euch \u2014 unsichtbar wie das Wasser f\u00fcr die Fische Und dann: Seid Possibilist:innen. Schaut nicht nur auf das, was fehlt oder nicht klappt. Schaut auf das, was m\u00f6glich ist. Und fangt an, den Weg beim Gehen zu bahnen. Das Franz-Ludwig-Gymnasium hat Euch daf\u00fcr alles mitgegeben, was Ihr braucht. Den Rest \u2014 den macht Ihr selbst. 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